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16 | 12 | 2018

Termine

Oberstufenpraktikum in Polen

Projekt zum Thema „Polen und die Deutschen im Dritten Reich“ am frischen Haff von Frombork (PL)

Als Erasmus+ Stipendiat macht unser Schüler Rafael Terebieniec sein grundständiges Praktikum in einem Kinderheim in Frombork (PL).

 

Die Lehrer Dagmar Hensel und Andreas Prokopf besuchten die neuen polnischen Partner und wurden am 29.11. abends herzlich von Bewohnern und Pädagogen empfangen.

 

Die mehrgruppige Einrichtung betreut Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 19 Jahren.

 

In der Projektgruppe von Herrn Terebieniec befinden sich sechs Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren. Das oben genannte Thema entstand bei einem Brainstorming: Die Jugendlichen entschieden sich aufgrund ihres deutlich spürbaren geschichtlichen Interesses, Herr Terebieniec griff das Thema auf und begleitet fortan eine sehr selbstständige und lebendige Gruppe, die wir an diesem Abend erstmalig kennenlernen durften. Die Jugendlichen setzen sich in diesem Projekt unter Rückgriff auf Regelwerk, Teamarbeit, Partizipation und Aufgabenverteilung mit den Geschehnissen in den Kriegsjahren auseinander. Sie planen bis Ende Dezember u. a. Interviews mit Betroffenen, einen Besuch in einem ehem. Konzentrationslager und Museumsgänge. Präsentieren wollen sie ihr Projekt in der ansässigen Schule vor Schülern, Lehrern und ihrem Pädagogenteam.

Fachgespräch zu sozialen Engagement und Dessen Auswirkungen auf Lernen mit Herrn Terebieniec

Am 30.11. (Andreastag) kam es zu einem Fachgespräch zum Thema freiwilliges soziales Engagement und pädagogische Professionalisierung.

 

Neben der Direktorin des Kinderheims, Frau Joanna Lewandowska (2. v. l.), nahmen auch Pädagogen sowie Herr Terebieniec (2. v. r.) und wir als besuchende Lehrkräfte teil.

 

Die Grundfrage war, ob Lernen in Schule, Praktikum und Ehrenamt drei verschiedene Bereiche seien oder aber ob dieses Lernen auf verschiedenen Ebenen miteinander zu tun hat.

 

Herr Terebieniec erläuterte seine Einschätzung anhand eines konkreten Beispiels.

Er engagiert sich seit ca. 2 Jahren ehrenamtlich in Düsseldorf in der Arbeit mit geistig und /oder körperlich beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen.

Während dieser Tätigkeit hat er bislang schon vielfältige Erfahrungen gesammelt, die seinen Handlungsspielraum in Bezug auf die pädagogische Arbeit erweitert haben.

Aktuell betreut er darüber hinaus ein Kind regelmäßig 1-2 Mal wöchentlich.

Herr Terebieniec erfährt in dieser Arbeit eine persönliche Bereicherung und Freude sowie eine zunehmende Professionalisierung.

Aus dem Praktikum im Kinderheim in Frombork nimmt er schwerpunktmäßig einen Zuwachs an emotionaler Kompetenz mit, die Erfahrung von intensiver Beziehungsarbeit sowie eine Erweiterung des Menschenbildes.

Herr Terebieniec differenziert dahingehend, dass er in Bezug auf sein soziales Engagement seine sozialen Kompetenzen erweitert sowie wichtige Rückschlüsse bezüglich seines Menschenbildes gewinnt, in Bezug auf das Praktikum die Theorie-Praxis-Verknüpfung und den Einsatz von Methoden vertieft und hinsichtlich der schulischen Ausbildung ein größeres Verständnis für Theorie und Methodenarbeit erlangt.

 

Eine in Frombork arbeitende Pädagogin jedoch kann diesen Zusammenhang nicht so sehen: Für sie ist ihr im Ehrenamt gewonnenes Selbstbewusstsein und die persönliche Bereicherung, die sie dort erfahren hat, Bestandteil Ihres Privatlebens, nicht aber Teil Ihrer jetzigen Professionalität in einem anderen Arbeitsfeld.

 

Frau Direktorin Lewandowska betonte, dass Arbeitsbedingungen und Gehalt für Pädagogen in Polen die Arbeit ohne Engagement nicht möglich erscheinen lassen: Wer sich hier in Ermland für eine solche Laufbahn entscheide, könne ohne freiwilliges Engagement nicht arbeiten, hier sei Idealismus gefordert.

 

Zusammenfassend ziehen wir den Schluss, dass neben kompetenzorientiertem Unterricht und Praktikum immer wieder auf Möglichkeiten freiwilligen sozialen Engagements hingewiesen werden sollte: Dieses bietet Chancen in Persönlichkeitsbildung und freiwillig erlangter Professionalität.

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