25 | 06 | 2019

Termine

Kunst bringt Gott ins Bild und zur Sprache

Improvisierend das eigene Gottesbild kennenlernen

An zwei Samstagen im Februar konnten unsere Studierenden Gott buchstäblich erleben: Diesmal nicht in Gottesdienst und Gebet, sondern anders, ungewohnt, manchmal auch geheimnisvoll und bedrohlich. Anhand der Bilder der ständigen Sammlung des Düsseldorfer K20 sowie bisher vernachlässigter Kunst aus allen Weltgegenden war zu sehen, wie Gott in Farbe und Form in verschiedenen Kulturen wirkt.

 

Mit dem OPEN SPACE richtete die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zusammen mit raumlaborberlin im K20 einen kostenfrei zugänglichen Treffpunkt und Verhandlungsort ein. Über einen direkten Zugang vom Grabbeplatz aus öffnete sich das Museum damit erstmalig in Richtung Stadt und Stadtgesellschaft. Vier Monate lud das Museum mit einer flexiblen Bühne, einem Café, einer Siebdruckwerkstatt sowie einer Infostation rund um das Forschungs- und Ausstellungprojekt „museum global“ zu öffentlicher Diskussion und informeller Begegnung ein. Hier konnten unsere Studierenden in Kontakt mit dem Team der Kunstsammlung sowie Gästen aus unterschiedlichen Disziplinen treten, mit künstlerischen Techniken experimentieren oder sich einfach mit Freunden treffen.

 

Ob in ikonoklastischer Dichte bei der Darstellung russischer Trinkgelage oder der ursprünglich archaischen Mutter Gottes aus Brasilien sowie der Darstellung indischer Gottheiten: Fast unaufgefordert brachten unsere Studierenden Gott zur Sprache anhand der anregenden Bildlichkeit. Dabei fiel uns allen auf, dass Gott niemals eindeutig in Form und Sprache gebracht werden kann, dass er zwischen Hoffnungsbildern und Angstfantasien, zwischen Macht und Ohnmacht dargestellt wird und etwas von uns zu fordern scheint: Glauben. Die Studierenden bereiteten sich auf den Gang zu Kunst mit einem vertieften Blick in die Bibel vor: Allein schon in den neutestamentlichen Schriften machten Sie diese ambivalenten Erfahrungen mit jüdisch-christlichen Gottesbildern: Kann er hier als liebende, mütterliche Henne vorkommen, begegnet man ihm an anderer Stelle als fordernden Richter.

 

Dynamik der biblischen Gottesbilder, die uns zu einer Entscheidung drängen. Dies konnten wir im K20 erleben. Das allerwichtigste - im Anschluss an die Gänge durch die Ausstellung, die von der Künstlerin und Philosophin Lisa-Julie Rüping angeleitet wurde, konnten die Studierenden Ihren persönlichen Bezug zu den dargebrachten Gottesbildern ganz konkret in eigene Kunstwerke gießen. Dies war möglich in den gut ausgestatteten Werkstätten des K20.

 

Hier liegt sie nun vor: Die Dokumentation der sprechenden Gottesbilderfahrungen unserer angehenden Erzieherinnen und Erzieher bezüglich Ihres Gottesbildes. Ein guter Schritt hin zu authentischer Zeugenschaft im späteren säkularen Umfeld in Kita, OGS und Heim.

Zurück